Regionalzentrum für demokratische Kultur Mecklenburgische Seenplatte Für Demokratie und Toleranz in Mecklenburg-Vorpommern

Gemeinwesenberatung

Während wir bei Kriseninterventionen anlassbezogen, unmittelbar und zeitlich begrenzt aktiv werden, versucht die Gemeinwesenberatung langfristig auf die Stärkung demokratischer Strukturen hinzuwirken. Im Zentrum der Beratung stehen in diesem Zusammenhang vor allem verschiedenste Strategien des "Empowerment", um die Autonomie und Selbstständigkeit der betreffenden Akteure zu stärken. Ziel ist, dass Sie selbst bereits im Vorfeld kritische Situationen adäquat vermeiden bzw. bei auftretenden Krisen bedarfsgerecht agieren können. In unserem Verständnis sind hier vier Aufgabenschwerpunkte zu nennen, welche für die erfolgreiche Umsetzung von Empowerment-Strategien notwendig sind.

1. Befähigen: Hierbei fördern wir durch Beratung, Begleitung, politische Bildung und Informationsveranstaltungen die Fähigkeit der Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel ist es Handlungsressourcen freizulegen und Handlungskompetenzen zu vermitteln, welche ein selbstständiges Handeln ermöglichen.

2. Sensibilisieren: Mit Hilfe von Beratungen und Aufklärung durch Informationsveranstaltungen und -materialien werden die betreffenden Akteure sensibilisiert, mögliche Situationen mit kritischem Potential selbstständig zu erkennen. Oft ist das Wissen zu verschiedenen Bereichen extremistischer Inhalte und Aktionen lediglich im Ansatz vorhanden oder weißt erhebliche Defizite im Detail auf. Dieses Wissen wird heute jedoch immer wichtiger, da stereotype Denkweisen die Pluralität extremistischer Erscheinungen nur unzureichend erfassen können. Auf der anderen Seite müssen auch die Vorzüge demokratischer Handlungsweisen und Mechanismen erörtert werden, um deren Akzeptanz und Umsetzung zu fördern. Dazu jedoch mehr im Bereich "Demokratiebildung".

3. Aktivieren/Mobilisieren: Während die nötige Sensibilisierung eine Seite der Medaille ist, muss dieses Wissen auf der anderen Seite auch zu konkretem Handeln führen. So sagte Johann Wolfgang von Goethe einmal: "Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen, und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen." Dieses Zitat verweist auf die Grundlagen unserer Arbeit - das Lied, das Gedicht und das Gemälde stehen für das Wissen, für die Sensibilisierung im Umgang mit extremistischen Bestrebungen; das Sprechen von vernünftigen Worten, steht für die Mobilisierung zu aktivem demokratischen Handeln, welches sich aus diesem Wissen ergibt.

4. Vernetzen: Eng verbunden mit der Aufforderung zu Handeln, ist schließlich die Vernetzung verschiedenster demokratischer Akteure, um gemeinsam gegen extremistische Phänomene tätig zu werden. Dabei können die Potentiale verschiedener Akteure genützt und Synergieeffekte erzeugt werden, welche es ermöglichen, die gesteckten Ziele leichter zu erreichen.

Zu allen Punkten stehen wir Ihnen sehr gerne mit Rat und Tat zur Seite. Etwa in der Vermittlung von geeigneten Referenten zu bestimmten Themen, bei der Findung von Finanzierungsmöglichkeiten für Projekte u.ä sowie der Suche nach Kooperationspartnern. Gerne begleiten wir Sie über einen längeren Zeitraum bis hin zu Ihrem erfolgreichen Empowerment.




Bildquelle: Jens Bredehorn | www.pixelio.de